fitnesstipps-adidas-sportswear Freeletics

Mein Start in den Freeletics Hype hatte seinen Auslöser tatsächlich bei gebrüder götz, besser gesagt durch einen Gesundheits-Check-Up im Dezember 2013, den gebrüder götz seinen Mitarbeitern kostenfrei anbietet. Die festgestellten Körper-Werte waren zwar nicht dramatisch schlecht, passten aber auch nicht so recht zum Selbstbild eines aktiven Sportlers. Ein eigener Fitnesstest in Form eines 3 KM Laufs bestätigte dann die Erkenntnis: „Du musst echt was tun!“
Und da man sich ehrgeizige Ziele stecken sollte, war meine persönliche Zielvorgabe: 20% Körpergewicht bis Mitte 2014 verlieren und einen Platz unter den besten 10% beim Würzburger Firmenlauf erreichen.

Die Frage war nur: wie? Aus zwei eher ungenutzten Mitgliedschaften in Fitnessstudios wusste ich, dass Studios nicht der richtige Weg für mich sind. Bodyweight Training, also trainieren mit dem eigenen Körpergewicht, kannte ich dagegen bereits durch das Buch „Fit ohne Geräte“ von Mark Lauren. Allerdings fehlte mir ein wirkliches Programm, etwas das mir Ziele vorgibt, mich täglich motiviert und Feedback gibt.
Durch Zufall stieß ich bei YouTube auf das Video von Levent, der mit Freeletics eine extreme Umwandlung seines Körpers erreicht hatte. Ich glaubte zwar eher an einen Marketing Gag, aber meine Neugier war geweckt.
Was ist Freeletics? Freeletics ist ein sogenanntes HIIT (Hochintensiv Intervall Training), das ohne Geräte funktioniert. Alles was man braucht ist eine Fitnessmatte, eine Klimmzugstange (oder ähnliches) und manchmal etwas Platz für Läufe. Die Übungen sind nicht neu, im Wesentlichen ist es Altbekanntes wie Kniebeugen, Situps, Liegestütze, Burpees (Kombination aus Kniebeuge, Liegestütze und Sprung), Klimmzüge, Klappmesser etc.

Das wirklich Neue an Freeletics ist, dass diese Übungen in sogenannten Workouts zusammengefasst sind. Diese bestehen aus einer unterschiedlichen Anzahl und Variation der einzelnen Übungen und sind bei Freeletics nach griechischen Göttern benannt (Aphrodite, Venus, Kentaurus, Hermes usw.)
Aphrodite zum Beispiel besteht aus der Abfolge: 50 Burpees, 50 Situps, 50 Kniebeugen, 40 Burpees, 40 Situps, 40 Kniebeugen, 30 Burpees, 30 Situps, 30 Kniebeugen, 20 Burpees, 20 Situps, 20 Kniebeugen, 10 Burpees, 10 Situps, 10 Kniebeugen.
Hades verlangt: 25 Burpees, 15 Klimmzüge, 15 Liegestütze, 25 Burpees, 80m Rennen, und das ganze dreimal hintereinander.
Das Ziel (und gleichzeitig der Erfolgsmaßstab) bei Freeletics ist, diese Workouts so schnell wie möglich zu durchlaufen. Dabei ist allerdings auf eine korrekte Ausführung zu achten. Freeletics bietet deshalb zu jeder Übung ausführliche Erklär-Videos. Zudem verbindet Freeletics alles mit einer Online-Community. Man kann sich wie bei Facebook mit anderen Menschen befreunden, bekommt die Ergebnisse der Freunde angezeigt und kann diese beglückwünschen und anfeuern.
Freeletics funktioniert im Wesentlichen über eine Smartphone App, die man sich im AppStore oder im GooglePlayStore herunterladen kann. Es geht theoretisch auch über einen stationären PC, aber die App bietet viele Funktionen, die der PC nicht leisten kann (insbesondere wenn man draußen in der Natur unterwegs ist).

Tim FreeleticsIch empfehle jedem zu Beginn einen sogenannten „Coach“ zu buchen. Der kostet knapp 40€ für 4 Monate und ist ein selbstlernendes Programm, das dem Trainierenden auf Basis seines Fitnesslevels und seiner Fortschritte jeweils Workouts pro Woche vorgibt. Ansonsten kommt man schnell an den Punkt, an dem man zu einseitig trainiert oder sich zu viel zumutet.
Meine erstes Workout (Aphrodite) brachte mir dann auch drei Dinge:
– Ein Erschöpfungsgefühl wie ich es noch nie im Leben hatte.
– Die Überzeugung, dass es nahezu ausgeschlossen ist, solche Zeiten zu erreichen, wie ich sie bei all den anderen Trainierenden sah.
– Ein großes Glücksgefühl, das Workout überhaupt geschafft und überlebt zu haben.
Ich muss gestehen, die ersten Wochen waren extrem hart. Aber man gewöhnt sich irgendwann an den Zustand und wird übermotiviert,  sodass man sogar noch Zusatzworkouts einschiebt. Man sollte sich allerdings auch Pausen gönnen, etwas, das ich manchmal nicht konsequent genug gemacht habe.
Dafür erfährt man aber Leistungssteigerungen die man (wie oben erwähnt) vorher noch für absolut unmöglich gehalten hat. Für das erste Aphrodite Workout brauchte ich noch 45 Minuten, am Ende der 15 Coach Wochen stand eine Bestzeit von 17 Minuten.
Und meine selbstgesteckten Ziele konnte ich mit Freeletics tatsächlich erreichen. Im Juli waren 24% Körpergewicht abgebaut und auch beim Firmenlauf schaffte ich es knapp unter die besten 10%. Daran war ein halbes Jahr vorher noch nicht zu denken gewesen, selbst wenn mich jemand die halbe Strecke getragen hätte.
Was sind die Vorteile von Freeletics und für wen ist es geeignet?

Den größten Vorteil sehe ich in der Freiheit. Man kann trainieren wo man will (selbst unterwegs in Hotelzimmern geht es) und wann man will. Man braucht nicht in ein Studio zu fahren und hat ab einem gewissen Level in 15 Minuten die gleiche Trainingsintensität geschafft wie in ca. einer Stunde Fitnessstudio. Man trainiert zudem zwangsläufig den ganzen Körper und nicht einzelne Muskelgruppen wie an den meisten Geräten im Studio. Das sorgt schon mal dafür, dass man immer Cardio- und Kraftanstrengung in Kombination hat. Inzwischen kann man das Freeletics Programm auch in vielen Punkten sehr individuell anpassen und bspw. überlastete Muskelgruppen ausschließen, die Übungen rein für die Durchführung in der Wohnung umstellen oder die maximale Anzahl der Trainingstage pro Woche festlegen.
Wer sich gut selber motivieren kann, eine Basis-Fitness hat und ehrgeizige Ziele erreichen will, dem kann ich Freeletics nur empfehlen.
Nicht geeignet ist Freeletics m.E. für Menschen die körperlich stark eingeschränkt sind oder bisher so gut wie nie in ihrem Leben Sport gemacht haben. Ich würde empfehlen, erst mal eine gewisse Grundfitness aufzubauen, bevor man sich auf einen kleinen Höllentrip wie Freeletics begibt.
Ich persönlich habe durch das Programm viel erreichen können und trainiere seit nun 2 Jahren jede Woche mehrmals. Mal mehr mal weniger, aber das Schöne an Freeletics, es ist ja das „Free“. Und am Ende muss ich gestehen, die YouTube Videos waren doch kein Marketing Gag, sondern zeigen tatsächlich was möglich ist.

Ich würde mich freuen, wenn ich den ein oder anderen für Freeletics begeistern konnte und freue mich natürlich auch immer über neue Freunde in der Community.