gummistiefel-geschichte

Gummistiefel sind eine der praktischsten Erfindungen. Wer Kinder oder einen Hund hat, kann ein Lied davon singen. Springt doch die liebe Brut mit Vorliebe in jede Pfütze. Auch der Gassigang im Regen, durch feuchte Wiesen und Matsch, ist ohne Gummistiefel nicht wirklich vorstellbar. Da schützen sie waden- bis kniehoch vor nassen und kalten Füßen. Obwohl sie heute meist nicht mehr aus echtem Gummi hergestellt werden, sondern aus PVC oder auch Kunststoffmischungen bestehen, haben die Original Gummistiefel eine lange Tradition.

Die Geschichte

Die ersten Gummistiefel wurden bereits von den Indianern Südamerikas im Regenwald getragen. Mit dem Saft des Gummibaums tränkten sie Stoffschuhe oder Mokassins, um diese so wasserdicht zu machen. Durch den Latexüberzug perlte der Regen ab. Leider war das Material bei extremer Belastung durch Hitze oder Kälte nicht stabil genug und wurde brüchig. Erst Mitte des letzten Jahrhunderts kam der Reifenhersteller Charles Goodyear auf die ruhmreiche Idee, die Kautschuk-Substanz mit Schwefel und Ruß zu vermischen und mit einem Hitzeverfahren zu vulkanisieren, um den Gummi dauerhaft elastisch und trotzdem widerstandsfähig zu machen.

Wurden Gummistiefel früher in Handarbeit hergestellt, indem Kautschuktücher auf Aluminiumleisten gesteckt und fixiert wurden, die dann mit Heißluft bei bis zu 140° vulkanisiert wurden, so gibt es heute nur halbautomatische Herstellung im Preßverfahren in vorgegebene Formen. Diese Stiefel sind häufig für den Arbeitsbereich gedacht.

Die berühmte Marke Aigle produziert zum Bespiel seit 1853 in Frankreich hochwertige Gummistiefel für jeden Bedarf. Und auch der Hunter Boot, der als Hoflieferant des englischen Königshauses bekannt ist, fertigt seit 1955 eine jagdgrüne Spezialausführung von Gummistiefeln zum Jagen und Reiten.

Dagegen werden die aktuellen Synthetikstiefel vollautomatisch im Spritzverfahren aus Synthetikgummi hergestellt, indem das Material heiß in teilbare Formen gespritzt wird, die nach der Abkühlung dann weiterverarbeitet werden. Beide sind an der Trennfuge in der Mitte erkennbar.

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Und heute?

Die typischen wasserfesten Gummistiefel gegen Nässe und Kälte wurden in den 80er Jahren durch GoreTex verdrängt. GoreTex hatte ein Technisches Verfahren entwickelt, mit dem synthetische Materialien wind- und wasserdicht gemacht werden konnten. Inzwischen ist GoreTex bei Wind-, Wetter- und Outdoorkleidung führend, während die traditionellen Gummistiefel in neuer Aufmachung aktueller denn je sind. In Farbe und Form haben sie sich weiterentwickelt und sind als zweifarbiger Langschaftstiefel in Textilkombination oder als glänzender, knöchelhoher Chelsea-Boot heiß begehrt.  Am liebsten im Stil-Mix zu Kleid und Tunika, aber auch klassisch zu Jeans und Trench-Coat.

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